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Phänologie-Projekt im Sondergarten

Beginn der Jahreszeiten anhand von Zeigerpflanzen beobachten: Zeigerpflanze für den Vorfrühling ist das Schneeglöckchen

Den Klimawandel im Auge behalten

Als es noch keine Wetterprognosen gegeben hat, wurde das Wetter genau beobachtet. Darauf basieren die sogenannten Bauernregeln: auf langjährigen Beobachtungen von Bauern über das Wetter. Die beobachteten Regelmäßigkeiten in Wetterabläufen und die Entwicklung der angebauten Pflanzen wie z.B. Getreide, wurde in Form von Reimen festgehalten. Einige mögen die Bauernweisheiten für Aberglauben halten, jedoch konnten einige wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Die Phänologie basiert auf den Beobachtungen der Tiere und Pflanzen. Sie beschäftigt sich mit witterungs- bzw. klimaabhängigen Ereignissen in der Natur. Es werden beispielsweise Blütenbildung und Blattfall beobachtet. Die Erkenntnisse werden im Gesundheitswesen (Pollenflug) und in der Landwirtschaft angewendet. Diese „Erscheinungslehre“ gliedert den Jahresablauf nicht in nur 4, sondern in 10 Jahreszeiten. Diese 10 Jahreszeiten orientieren sich an den Entwicklungen der so genannten „Zeigerpflanzen“.

Beobachtung der Zeigerpflanzen:

Das Phänologie-Projekt des Botanischen Sondergartens möchte, gemeinsam mit Hamburger Naturfreunden und Gartenbesitzern, die zehn oben ausgewählten phänologischen Zeigerpflanzen beobachten. Der Beginn der phänologischen Jahreszeiten ist lokal sehr unterschiedlich (von Stadtteil zu Stadtteil) und ändert sich auch von Jahr zu Jahr, deshalb wird jede Mithilfe gern gesehen. Die Beobachtungen der „Phänophasen“ können Veränderungen des Klimas aufweisen, somit dienen sie dazu, den Klimawandel im Auge zu behalten.

Phänologie hat in Hamburg eine lange Tradition.

Seit 1945 gibt es den Hamburger Forsythien-Kalender. Hierbei handelt es sich um die längste, dem Deutschen Wetterdienst bekannte durchgehende Beobachtungsreihe. Beobachtet wird der Blühbeginns der Forsythiensträucher an der Lombardsbrücke.

Wann blüht das Schneeglöckchen?

Dies ist die Zeigerpflanze für den Vorfrühling. Der Deutsche Wetterdienst hat die Schneeglöckchenblüte für den 9. Februar 2018 prognostiziert. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, den tatsächlichen Beginn der Blütezeit in ihrem Stadtteil (in Hamburg und 25 km Umkreis) zu beobachten und dem Botanischen Sondergarten Datum und Ort der ersten Schneeglöckchen in voller Blüte mitzuteilen. Diese sollen folgendermaßen aussehen:

Die ersten Schneeglöckchen haben ihre äußeren Blütenblätter abgespreizt, innerhalb der inneren Blütenblätter sind die Staubgefäße zu sehen. (Foto anbei: Fotorechte © Helge Masch)

Meldungen zur Schneeglöckchenblüte können online (http://www.hamburg.de/wandsbek/phaenologie/) oder per Telefon (040 693 97 34) abgegeben werden. Wichtig ist die Angabe von Stadtteil und Datum. Die Sondergarten Referenz-Schneeglöckchen wachsen neben der Andentanne.

Als nächstes wird der Blühbeginn der Forsythie gesucht, als Zeigerpflanze für den Erstfrühling.

Bei Fragen wenden Sie sich an den Leiter des Botanischen Sondergartens Herrn Helge Masch (040 693 97 34).

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